Was wir lesen – 18.04.2017

Gesichtserkennung bei der Post

Die Post experimentiert anscheinend mit Gesichtserkennung in Filialen um personalisierte Werbung und andere Inhalte zu zeigen. Wobei es eher um “Werbung, Wetter und Nachrichten aus der Schublade” als um wirklich personalisierte Informationen geht. Daher ist auch die datenschutzrechtliche Diskussion um diesen Pilotversuch anscheinend nicht wirklich erfolgt – oder nicht notwendig. Je nach Standpunkt. Spannend daran: ein Unternehmen wie die Post, welches nicht direkt als sehr marketinglastig gelten dürfte, experimentiert mit einer Technik, die vermutlich in Teilen die Zukunft der Werbung darstellt.

Der Tod des Journalismus

Richard Gutjahr in seiner Rolle als Prophet der Apokalypse hat vor ca. zwei Jahren einen Text geschrieben, in dem er den Tod des Journalismus als Option gesehen hat: “Heute stehe ich vor Ihnen und ich bin ratloser denn je.”, schrieb er damals. Und die Zustandsbeschreibung ist vermutlich heute noch genauso richtig. Und er schrieb damals: “Unser Produkt stimmt nicht mehr. In einer Welt, in der es ein Überangebot an Informationen gibt, ist das Letzte, was das Publikum braucht, ein Journalist, der ihm das gleiche erzählt, wie alle anderen auch.” Das ist immer noch sehr richtig.

The Future is now

Associated Press hat ein bisschen geforscht wie sich AI (Artificial Intelligence), Robojournalismus und Drohnen und andere Zukunftstechnologien im Journalismus auswirken können. Dazu gibt es einen ausführlichen Report und als Appetizer die Schilderung eines Journalisten-Alltags im Jahr 2027. Auffallend bei dieser Zukunftsvision: Fast alle der geschilderten Technologien gibt es bereits heute und alle die wirklich relevant sind, sind heute bereits einsetzbar. Nicht immer so einfach wie in der geschilderten Zukunft, aber häufig durchaus alltagstauglich. Man könnte also sagen: Die Zukunft ist jetzt – auch wenn die Lieferdrohne fürs Mittagessen vermutlich tatsächlich noch ein paar Jahre bis zur Marktreife braucht.

Was wir lesen – 18.04.2017